Die Kunst, anzukommen

Veröffentlicht am 24. September 2026 um 00:14

Ich glaube, wir verbringen so viel Zeit unseres Lebens damit, durch den Alltag zu hetzen, Pläne zu machen und innerlich immer irgendwo anders zu sein. Wir tragen all unsere Geschichten mit uns herum – die leichten, die schweren, die unleserlichen Kapitel und das alte Gepäck, das wir manchmal viel zu lange nicht ausgepackt haben.

Und dann gibt es diese Momenti, in denen die Welt plötzlich leiser wird.

Nicht, weil sich von heute auf morgen alles verändert hat, sondern weil sich innerlich etwas verschiebt. Ein tiefes Durchatmen. Ein Gefühl von Leichtigkeit, das ganz leise über den Tag gleitet.

Ich habe lange gedacht, dass Glück ein lauter Knall sein muss. Ein riesiges Feuerwerk. Aber in letzter Zeit merke ich: Das schönste Glück ist extrem leise. Es fühlt sich an wie ein ruhiger Sonntagmorgen. Wie das Gefühl, nach einer sehr langen Reise endlich wieder die Tür zu sich selbst aufzuschließen, die Schuhe abzustreifen und festzustellen: Ich bin wieder bei mir.

Es ist dieser Moment, in dem du merkst, dass du dein Gepäck nicht mehr alleine tragen oder verstecken musst. Dass es Orte und Menschen gibt, bei denen du genau so sein kannst, wie du bist – mit all deiner Stärke, aber auch mit deiner Zerbrechlichkeit. Wo man sich einfach hinsetzt, ohne Eile, und der Raum plötzlich groß genug ist für alles, was war, und alles, was kommt.

Ich weiß nicht genau, was die Zukunft bringt, und ehrlich gesagt muss ich das auch gar nicht. Zum ersten Mal seit langer Zeit fühlt sich die Gegenwart einfach richtig an. Warm, echt und absolut friedlich.

Ülkü M.

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