Kennt ihr das Gefühl, wenn man jahrelang versucht, in ein Bild zu passen, das man gar nicht selbst gemalt hat? Man passt sich an, verbiegt sich, macht sich klein – und irgendwann merkt man, dass man in der eigenen Geschichte nur noch eine Nebenrolle spielt.
In der letzten Zeit habe ich viel über das Fundament meines Lebens nachgedacht. Früher gab es da ein Leuchten, eine „Gaye-i Hayal“ – ein großes Lebensideal. Wenn wir jung und voller Ideale sind, ist der Weg klar. Doch irgendwo zwischen Alltag, Verpflichtungen und dem Versuch, es anderen recht zu machen, verblasst dieses Ziel. Und wie es in einer schönen Weisheit heißt, woran ich vor kurzem erinnert wurde: Wenn das große Ziel aus den Augen verloren wird, kehrt der Seele zum eigenen Ego (Ene) zurück und kreist nur noch um sich selbst.
Genau das ist passiert. Wenn das „Wir“ und das „Höhere“ verschwinden, fangen die Seelen an zu kämpfen. Ich habe lange versucht, an alten Bildern festzuhalten, an Erinnerungen von „früher“, als alles noch leicht war. Ich habe mich angepasst, bis ich krank wurde. Bis mein Körper mir durch Schmerzen zeigen musste: „Stopp, das bist nicht mehr du.“
Heute, kurz vor der magischen 40 äääh... ich meine vor der 3.. :) , sehe ich das alles mit anderen Augen. Ja, es tut manchmal noch weh. Ein Abschied von einem Lebensabschnitt ist nie ganz schmerzlos. Aber ich verstehe jetzt, dass all diese Prüfungen nötig waren, um die Frau zu werden, die ich heute bin bzw. noch sein werde.
Mein Alltag ist ein Marathon: Alleinerziehend, berufstätig, Haushalt, die Erziehung meiner Kinder – kein Tag ist leer. Es ist anstrengend, ja. Aber seit meine Gedanken und Gefühle heilen, fühlt sich diese Erschöpfung anders an. Sie ist nicht mehr schwer und erdrückend, sondern ein Zeichen von Leben und wahrer Stärke.
Ich lerne gerade wieder, was es heißt, mein eigenes „Ideal“ (Ülkü) zu leben. Nicht mehr das zu sein, was andere von mir erwarten, sondern das, wofür ich ursprünglich angetreten bin. Der Weg ist nicht flach und bequem. Er ist steinig, steil und manchmal einsam. Aber vielleicht bin ich genau deshalb eine „Frau für die schwierigen Wege“ – denn auf den Gipfeln ist die Aussicht am schönsten.
Vielen Dank an die Menschen, die mich auf dieser Reise begleiten und mir helfen...
Wir wachsen nicht dort, wo es bequem ist, sondern dort, wo wir mutig genug sind, wir selbst zu sein.
Ülkü M.
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Hey schöne Frau 😘❤️, so schön wie du dich ausdrückst. Ich habe es (immer noch) nicht geschafft, mich zu sehen, zu verstehen, wer ich sein möchte.
İch liebe dich